Challenge Roth 2017

09.0.7.2017,  um 06:45 morgens war der Startzeitpunkt meiner ersten Triathlon-Langdistanz. Hierfür habe ich bewusst die Challenge Roth ausgewählt. Warum? Nähe zu meinem Wohnort, tolle Streckenführung, super Organisation, die Pastaparty, die unglaublich unterstützenden Zuschauer, der Solarer Berg, um nur einige der unschlagbaren Argumente für die DATEV Challenge Roth zu nennen. 

 

Somit hieß es an diesem Tag, Wecker auf 03:00 Uhr gestellt, kurzes Frühstück und dann auf in Richtung Schwimmstart. Der Parkplatz P2 war bereits gut gefüllt und aus allen Richtungen strömten die Athleten und Zuschauer herbei. Innerhalb weniger Minuten war die Wechselzone voller nervös wuselnder Athleten. Die Wettervorhersagen waren typisch für Roth, heiß und schwül, weshalb ich meine Verpflegungsplanung noch etwas anpassen musste (eine zusätzliche Flasche auf der Radstrecke).

 

So gingen an diesem sonnigen Sonntagmorgen in mehreren Startgruppen über 3500 Einzelstarter und 600 Staffeln an den Start. 

 

Ich fand mich in Startgruppe 4  und somit kurz nach den Profis am wieder. Das Schwimmen war wie zu erwarten keine Meisterleistung. Bereits nach der Wende ersehnte ich mir ein baldiges Ende der Qualen.  

nach 01:12 ging es dann endlich auf das Rad. Von Beginn an fühlte ich mich wohl auf der bekannten Strecke und nach einem kurzen Frühstück in Form eines Energieriegels konnte ich richtig durchstarten. 

Auf den ersten Kilometern war der Leistungsmesser mein bester Freund, der mich vor der totalen Überschätzung meiner Fähigkeiten bewahrte. 

Auf dem flachen Stück zwischen Thalmässing und Greding hatte ich die Möglichkeit das Rad richtig fliegen zu lassen und genoss diese Situation bis zum Beginn des Kalvarienberges (Greding). 

Als positiv zu erwähnen gilt die hohe Präsenz an Wettkampfrichter, die die Einhaltung des Windschattenverbotes überwachten. Ich habe bisher wirklich noch an keinem derart fairen Rennen teilgenommen. Wer wollte sich neben der 5min Zeitstrafe schon einen zusätzlichen Strafkilometer auf der neuen Laufstrecke gönnen. 

 

Nach weiteren guten Kilometern war es dann soweit, der Solarer Berg näherte sich. Wie kann man nun das Gefühl beschreiben, wenn man sich das erste mal in seinem Leben im Zuge der Challenge Roth diesem Berg nähert!?!?

EINFACH GEIL!!! Egal wie müde man am Fuß dieses Anstieges auch sein mag, beim Anblick von 100.000 oder mehr Zuschauern verteilt auf 1000m weicht ein jedes schmerzverzerrtes Gesicht einem breiten Grinsen. Ähnliche Bilder kennt man wohl nur von so mancher Königsetappe der Tour de France. Egal ob Profi oder Amateur, die Zuschauermassen tragen jeden Athleten mit lauten Rufen regelrecht den Anstieg empor. Ich empfehle jedem Triathleten dieses Gefühl einmal zu erleben!!!

   

Nach einer tollen zweiten Radrunde ging es schlussendlich an den Start des Marathons. Im Vergleich zu den letzten Jahren wurde die Laufstrecke verändert, was von den Athleten sehr unterschiedlich aufgenommen wurde. 

Meinerseits empfand ich die Veränderung als positiv, da ich die alte Laufstrecke am Kanal als nicht sehr sympathisch empfand und gerne auf Asphalt laufe.

 

Den ersten Kilometer bin ich natürlich gleich, mit dem Tempogefühl vom Rad, mit einer Pace von 04:05, etwas zu schnell angegangen. Nachdem ich dann mein Tempo gefunden hatte, lief bis km 22 alles bestens. Die Zuschauer am Streckenrand waren, wie die an der Radstrecke gigantisch. Trotz der hohen Temperaturen waren Unmengen an Zuschauern am Streckenrand, die die Athleten mit allem, was Lärm macht, anfeuerten.

Meine Beine waren eigentlich noch sehr gut und ich verspürte keine größere Ermüdung - Sub 10 war eigentlich leicht zu machen. Von wegen, plötzlich machte mir mein Magen einen Strich durch die Rechnung und die Dixis auf der Laufstrecke wurden zu meinen besten Freunden. Leider war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr an Nahrungsaufnahme zu denken, was die letzten 20km zur totalen Qual machte. Somit wurde der Anteil der Gehpausen von Kilometer zu Kilometer länger. Auch die Anfeuerungsversuche der Zuschauer und der Teamkollegen konnte die Situation kaum verbessern. 

Doch dann kam glücklicherweise das Stadion in mein Blickfeld und ich sammelte neue Energie für die letzten Meter. Nach den ersten Schritten auf dem roten Teppich musst ich jedoch erkennen, dass die letzten Meter wohl die bisher schwierigsten meines Lebens sein werden. Die Laufeigenschaften eines roten Teppichs sind echt katastrophal.

 

Im Ziel stand dann eine 10:08 auf der Uhr, über die ich in diesem Moment mehr als glücklich war. Nach einem umfangreichen Buffet im Athletenzelt ging es nach dem Duschen direkt zurück ins Stadium um Bekannte und Freunde beim Zieleinlauf zu unterstützen. 

 

Zusammenfassend gibt es wohl nur wenig zu diesem Tag zu sagen....

 

Ein Wahnsinns Erlebnis!! Tolle Veranstaltung, tolle Zuschauer ....

 

Einen Dank möchte ich hiermit noch allen Helfern der Challenge Roth aussprechen. Ich seid echt super!!

Ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung an der Strecke durch die Leute vom  Team ARNDT!

Ein besonderer Dank gilt meiner lieben Frau, die sowohl die letzten Monate, als auch an der Rad-  und Laufstrecke unterstützt hat. Ohne dich wäre dieser Tag nicht möglich gewesen!!!